Anspruchsvolle Monatsübung am alten Amtsgericht
19.09.2015, 17:00 Uhr
Ein ganz besonderes Übungsobjekt erwartete die Oppenheimer
Feuerwehrleute an diesem Samstag zur Monatsübung.
"Rauchentwicklung, drei Menschen vermisst", das sind Eckdaten für eine
Alarmierung die den Puls bei jedem Feuerwehrmann schon ohnehin
schneller schlagen lassen. Wenn sich das ganze in einem ältesten und
verwinkelsten Gebäuden von Oppenheim abspielt, dann heißt es Zähne
zusammen beißen und Topleistungen abrufen. Und genau das wurde
gefordert, als die ersten Wehrleute am ehemaligen Amtsgericht ankamen.
Eher zufällig aber eigentlich für die Altstadt normal, erreichte das
TSF die Einsatzstelle als erstes. Also musste der Fahrzeugführer des
kleinen Erstangriffsfahrzeug die Erkundung erledigen, die
Einsatzstelle organisieren und Platz für die nachrückenden
Großfahrzeuge schaffen. Die rückten dann auch mit dem kompletten
Löschzug der Hauptfeuerwache nach.
Das Gebäude, dass sich gerade in der Renovierung für seine neue
Aufgabe als Eventhotel befindet, ist für sich selbst genommen schon
ein Event. Nicht nur die alte, sympathisch-verwinkelte Bausubstanz,
auch die tollen Veränderungen, welche die neuen Besitzer gerade
umsetzen und auch schon umgesetzt haben zeichnen das Gebäude aus. Ein
Highlight ist auch ein kleines, romantisch abgeschiedenes Zimmer auf
der südwestlichen Seite des Gebäudes. Hier sollte die Drehleiter
Mannschaft zeigen , ob der Hubretter die Fenster des Zimmers erreichen
kann und sie konnte. Gekonnt und von zwei Einweisern rangierte der
Maschinist die hochmoderne Drehleiter an die perfekte Position. So
konnte zügig die erste Person gerettet werden. Unterdessen war ein
verstärktes Atemschutzteam in den Innenangriff vorgegangen. Da der
verrauchte Bereich erst im zweiten Obergeschoss begann und der Zugang
dorthin mit dem mobilen Rauchverschluss gesichert werden konnte,
konnte die Atemschutzreserve, frische Kräfte und die Angriffsleitungen
direkt vor dem Brandraum vorgehalten werden. Der Sicherungstrupp für
die eingesetzten Kräfte konnte sich hier auch mit all ihrem Equipment
installieren.
Der riesige Saal im dritten Obergeschoss,der direkt an das verrauchte
Treppenhaus im zweiten OG angrenzt, musste gleich mit drei
Atemschutztrupps parallel abgesucht werden. Die Kräfte vor dem Gebäude
waren ihrerseits in der Zwischenzeit auch nicht untätig. Die
Wasserversorgung für einen Löschangriff auf ein so großes Objekt
musste aufgebaut werden. Mehrere Rohre als Riegelstellungen zu den
Nachbargebäuden mussten in Stellung gebracht werden und gleichzeitig
als Unterstützung für die vorrückenden Atemschutztrupps eine
Überdruckbelüftung aufgebaut werden. Aber all diese Aufgaben bekamen
die restlichen Kräfte in den Griff. Trotzdem wurden vom Wehrführer
schon früh Kräfte aus den Nachbargemeinden nachalarmiert. Frische
Trupps sollten sofort einsatzbereit sein,wenn die ersten Einsatzkräfte
völlig verausgabt das Haus verlassen würden.
Nachdem die Trupps unter Atemschutz die letzten beiden Vermissten auch
gefunden und ins Freie gerettet hatten, wurde die Übung als
erfolgreich beendet.
Nach der Besprechung der Übung und den Erklärung der Hausbesitzer wie
sie die Übung gesehen und was sie aus dem gesehenen gelernt hatten,
wurden die Floriansjünger noch zu einem Umtrunk und einem Imbiss
eingeladen.
Ein reelle Meldung über einen Gebäudebrand, setzte der verdienten
Erholung jedoch ein jähes Ende.
An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal für die Möglichkeit in
diesem tollen Objekt üben zu können bedanken. Wir wünschen den
Besitzern alles Gute und viel Erfolg für ihr tolles Projekt!
Informationen:
Personen: 30 (Oppenheim)
Dauer: 3 h
Klassifizierung: ÜB
Übung