In den Kellern von Oppenheim

16.04.2016, 17:00 Uhr

Oppenheim ist eine zauberhafte kleine Stadt. Sie zieht Bewohner, Besucher und Neubürger mit vielen kleinen
romantischen Gassen, wunderschönen Fachwerkhäusern, natürlich mit jeder Menge Geschichte und last aber not
least dem phantastischen Wein nahezu magisch. So sprechen Oppenheimer von „ihrer“ Stadt. Damit die
Bevölkerung „ihre“ Stadt auf diese Weise sehen und erleben können, dafür sorgt die Oppenheimer Feuerwehr. Denn
die Kehrseite der Medaille dieser zauberhaften Infrastruktur bekommt die Feuerwehr immer wieder zu spüren. Denn
in der Feuerwehrrealität muss man oft romantisch mit eng und steil, Fachwerkhäuser mit unübersichtlichen
Altbauten, Geschichte mit mittelalterlichen Maßen und empfindlichen Strukturen und Wein mit tiefen,
unübersichtlichen Weinkellern gleichsetzen.
Und um genau dafür gewappnet zu sein, führte die Monatsübung April die Wehr in die Altstadt. In einem Weinkeller
war es zu einem Brand gekommen. Zwei Arbeiter, die von der Arbeit im Feld zum Weingut zurückkamen, bemerkten
den Brand. Während einer den Notruf absetzte, lief der zweite Mann in den Keller um seinem Kollegen zu helfen, den
er dort vermutete.
Für die eintreffende Feuerwehr waren, dem entsprechend aus einer vermissten Person zwei geworden.
Dicker schwarzer Rauch schlug den Kräften, aus dem kleinen Kellerabstieg entgegen. Wie groß so ein Weinkeller ist,
ist von oben und bei dichten Rauch nicht abzuschätzen. Die Wärmebildkamera konnte für die Rettung auch nicht
benutzt werden, da die Drehleiter im Übungsszenario ausgefallen war. Also musste nach alter Schule vorgegangen
werden und so schickte der Einsatzleiter und Fahrzeugführer des HLFs Uli, gleich zwei Trupps von seinem Auto und
einen weiteren Trupp vom Altstadt-LF in den Keller. Mit Tauchertechnik und Rechte-Wand-Regel arbeiteten sich die
drei Trupps in den Keller vor. Den Feldarbeiter, der zuletzt in den Keller gegangen war, fanden sie am Fuß der Treppe
und brachten ihn sogleich ins Freie.
Die Suche nach dem zweiten Vermissten gestaltete sich schwieriger. Er wurde im hinteren Bereich der riesigen
Kelleranlage gefunden. Zu Gute kam den Kameraden hier, dass sie zwei Langzeitatmer, Pressluftatmer mit Atemluft
für rund 60 Minuten an Stelle der üblichen 20-30, vom Altstadt-LF in den Einsatz bringen konnten. So hatte sie
mehr Zeit um auch die hinteren Bereiche der Anlage abzusuchen.
Unterdessen bauten die Mannschaften auf der Straße eine Wasserversorgung für alle drei vorgehenden Trupps und
eine Be- und Entlüftung der Kellerräume vor. Da hier aber die Entlüftungsöffnung zu Anfang der Übung ein Problem
machte und die Hitzebelastung für die Trupps nicht noch zusätzlich gesteigert werden sollte, beschränkten sich die
Belüftungsmaßnahmen auf eine passive Entlüftung, durch das Öffnen von mehreren Bodenklappen.
Als der dritte Trupp schließlich das Feuer gefunden und bekämpft hatte, konnte mit der Überdrucklüftung endlich
richtig begonnen werden. Erst als sich die Rauchschwaden langsam verzogen, wurde den vorgehenden Kräften klar
wie groß die Anlage wirklich ist.

FAZIT: Eine super Übung, die einiges forderte aber auch zeigte, dass die Übungen aus der Vergangenheit einen
Fortschritt in Sachen Einsatztaktik gebracht haben. Weitere Bonus ist die Ortskenntnis, hier der Aufbau der
Kelleranlage. So kann in einem Realfall schneller geholfen werden.

Informationen:

Personen: 29 (Oppenheim)

Dauer: 3 h

Klassifizierung: ÜB

Übung
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