Oppenheimer Feuerwehrmann zu Besuch bei Schweizer Stützpunktfeuerwehr

04.10.2012, 15:41 Uhr

An diesem Donnerstag hatte ein Kamerad der Feuerwehr Oppenheim die Möglichkeit eine Stützpunktfeuerwehr in der Schweiz zu besuchen. Die Feuerwehr der Gemeinde Oberriet ist für 8300 Bürger unmittelbar in der gleichnamigen Großgemeinde verantwortlich. Zu dieser Großgemeinde zählen noch insgesamt vier weitere Dörfer und acht Weiler. Die Großgemeinde Oberriet kann also mit einer deutschen Verbandsgemeinde verglichen werden. Die Weiler sind größere Aussiedlerhöfe in unmittelbarer und mittelbarer Nachbarschaft zu den Gemeinden.
Obwohl die einzelnen Gemeinden ihre Unabhängigkeit behalten haben, gibt es für alle Ortschaften nur noch eine Feuerwehr. Die Feuerwehr Oberriet. Diese setzt sich aktuell aus drei Einsatzzügen zusammen. Die ersten beiden Züge sind im Stützpunkt in der gleichnamigen Teilgemeinde Oberriet beheimatet. In der Ortschaft Kriessern ist der dritte Zug in einem weiteren Gerätehaus untergebracht.
In Kriessern sind für die Wehrleute ein HLF und ein MTW vorgehalten, wobei das HLF hier eine Mischung aus dem Deutschen TLF 16/24 TR und einem GW-L2 ist. Eine Fernfahrerkabine beherbergt hier die Mannschaft. Die Erstangriffsausrüstung lagert hinter Rollläden und die erweiterte Hilfeleistungsausrüstung auf Hubwagen in einem Geräteraum mit Hebebühne am Heck des Fahrzeugs.
Der neue Rüstwagen der Stützpunktwehr Oberriet ist diesem System sehr ähnlich. Hinter drei seitlichen Rollläden findet man all die Ausrüstung die man im ersten Moment des Einsatzes brauchen könnte, einschließlich eines 40KVA Aggregat, welches unter anderem den Teklite-Lichtmast mit 6x1500Watt und 2x70Watt- Scheinwerfern versorgt. Auch ein Kombirettungsgerät findet man hier, zusammen mit einem kleinen tragbaren Aggregat. Dieses Gerät ist aber nur als absolute Notfallreserve auf dem Fahrzeug verlastet. Auf einem der fünf Rollwagen im Heck ist dafür ein kompletter Rettungssatz mit Aggregat, Schere Spreizer, Stempelsatz, Pedalschneider und vielem mehr, was für eine technische Unfallhilfe gebraucht werden könnte, verladen. Auf weiteren Wagen ist die gesamte Ausrüstung für Ölwehreinsätze, Heben und Trennen und Unwettereinsätze, sowie Beleuchtung untergebracht. Für die Einsatzstellenbeleuchtung führt der Rüstwagen außerdem auch noch einen Powermoon mit. Anders als beim Kriesserner HLF ist bei diesem Fahrzeug eine Kommunalkabine verbaut, um schnellstmöglich eine Staffel an der E-Stelle zu haben. Die große Mannschaftskabine ist eine Oberrieter Spezialität und Schweiz weit eher unüblich, jedoch im mehr kommen.
Neben dem Rüstwagen steht das Tanklöschfahrzeug der Wehr. Es ist dem deutschen TLF16/25 sehr ähnlich und führt 2600Liter Wasser sowie 400Liter Schaum in festen Tanks mit. Zugemischt wird der Schaum direkt über die Brändle Pumpe im Heck. Den sechs Mann der Besatzung steht wirklich alles zur Verfügung, was für einen Brandangriff gebraucht werden könnte. Verschiedenste Hohlstrahlrohre, Schläuche, Atemschutztechnik, Absperrmaterial und Beleuchtung. Obi 1, so der Rufname des Tankers, rückt zu allen Einsätzen als erstes aus. Obi2, der Rüstwagen und Obi3 das HLF folgen sobald Personal vor Ort ist. Die Schweizer Kameraden betreiben ein Rendezvous-System, dem deutschen Rettungsdienst vergleichbar, so ist sichergestellt, dass bei Einsätzen jeglichen Art sofort schnelle Hilfe an der E-Stelle eintrifft.
Geografisch günstig war dann auch die Wahl der beiden Wachen Standorte. Während Oberriet im Süden der Gemeinde aber durch die vielen Weiler im Umland dennoch zentral liegt, findet man die Gemeinde Kriessern im Norden der Großgemeinde.
Die Feuerwehr Oberriet ist im Bereich der Technischen Unfallhilfe sehr Aktiv und so haben die drei Züge zu ihrem eigentlichen Einsatzgebiet, die Unfallhilfe für das nahe Umland und somit knapp 25000 Bewohner übernommen.
Obwohl die Gemeinde Oberriet direkt am Rhein gelegen ist. Hält die Wehr kein einziges Rettungs- oder Mehrzweckboot vor. Im Bedarfsfall können die Floriansjünger auf einen anderen Verein der Gemeinde zurückgreifen. Der Pontonierverein. Dieser Verein betreibt mehrere Boot, bildet sich das ganze Jahr über im Umgang mit diesen Booten fort und ist eine paramilitärische Gemeinschaft. Wie der Name schon sagt üben die Vereinsmitglieder den Bau von Pontonbrücken über den Rhein nach Österreich. Sie haben ihren Ursprung bei den Flußpontonieren der Schweizerischen Armee und sind dem entsprechend organisiert und versiert im Umgang mit ihren Booten. Dem entsprechend verlässlich ist dieser Partner im Bedarfsfall Wasserrettung.
Dass die Oberrieter Kameraden ihren Dienst in einem Wasserreichen Bereich der Schweiz verrichten merkt man auch gleich, wenn man sich die restliche Ausrüstung der Wehr ansieht. Zum einen hält die Wehr Hochwassermaterial im nahen Bauhof und Unwetterrollwagen, mit Tauchpumpen und Wassersaugern, für die Wasserentnahme aus offenen Gewässern hält die Wehr zwei moderne Tragkraftspritzenanhänger vor. Diese werden von dem TLF und dem RW gezogen, obwohl die Wehr auch noch einen Pick-up und zwei Mannschaftstransporter betreibt, die alle mit Allrad ausgerüstet sind. Diese werden jedoch mit speziellen Gerätekontainer je nach Einsatzsituation beladen.

FAZIT: Eine tolle Erfahrung die Aufstellung einer so gut vorbereiteten Wehr gezeigt und erklärt zu bekommen. Danke an den Stellvertretenden Kommandanten, der sich so lange Zeit genommen hat!

Informationen:

Personen: 1 (Oppenheim)

Dauer: 1.5 h

Klassifizierung: FS

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