Reanimationsübungen
27.09.2007, 19:00 Uhr
An diesem Donnerstagabend fand das San-Treffen für den Monat September statt. Im Vorfeld hatte sich Michael Pfeffer dazu bereiterklärt, die Übungen bzw den Unterricht vorzubereiten. Er entschied sich für das Thema Reanimation.
Erste Übung: Als erste Übung hatte die Übungsleitung einen PA-Träger, im erfahrenen Alter, mit einer Überanstrengung durch die Hitze und die Arbeitsbelastung im Innenangriff geplant. Die drei Sanitäter erkannten die Gefahr eines bevorstehenden Herzinfarktes, anhand der vom Patient beschriebenen Symptome wie Taubheit und Schmerz im linken Arm, Unwohlsein usw. Bei der Diagnostik stellte sich ein hoher Blutdruck und ein schneller, schwacher Puls heraus. Anzeichen für einen nahen Herzinfarkt.
Trotz Oberkörperhochlagerung und Sauerstoffgabe blieb dieser nicht aus und die Kräfte mussten die Reanimation einleiten. Im Wechsel führte eine Kraft die Herzmassage durch, der zweite Sanitäter übernahm das Rucksackmanagment während der Dritte die Beutelbeatmung mit angeschlossenem Sauerstoff durchführte.
Nach der Übergabe an den verständigten Notarzt und die Assistenz bei der Intubation, sowie der Infusion, war diese Fallbeispiel abgearbeitet.
Bei der anschließenden Besprechung wurden dann die guten und schlechten Aktionen der Sanitäter besprochen, ausserdem hatte sich herausgestellt, dass manche Ausrüstungsgegenstände nicht optimal in den beiden Rucksäcken verlastet sind.
Nach einigen Tipps vom Übungsleiter, der Hintergrundinformationen und Vorgehensweisen, ausgearbeitet hatte, folgte die jährliche AED-Einweisung für die Sanitäter, durch den Gerätemanager.
Michael hatte zwischenzeitlich mehrere Reanimationspuppe im Schulungsraum aufgebaut. An diesen konnten dann noch einmal die gerade gehörten Abläufe praktisch ausgetestet werden.
Die Jungsanitäter, die bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht häufig mit den Beatmungsbeutel gearbeitet hatten, bekamen von den Erfahrenen noch einmal eine kurze Einweisung und Tipps zur Beutelbeatmung. Da die Beatmung am lebenden Menschen aber etwas anderes ist als die Beatmung der Puppe, stellte sich ein Mann zur Verfügung sich mit dem Beutel beatmen zu lassen. Hierbei konnten die jungen sehen, dass es vielleicht sogar einfacher ist die Beatumgsmaske bei einem Menschen dicht zubekommen, als bei der Übungspuppe. Hierbei wurde auch noch einmal der praktische Einsatz eines Guedeltubus angesprochen.
Zweite Übung: Der nächste Fall an diesem Abend führte die Männer in den Schlauchturm. Ein Arbeiter, der sich für Reparaturen am Gerüst, mit einer Absturzsicherung geschützt hatte, war in sein Geschirr gefallen. Während er dort bewußtlos hing bekam er einen orthostatischen Schock, da sich seine Extremitäten nicht bewegen konnten und so die Muskelpumpe kaum arbeitete. Als die Sanitäter ihn auffanden, konnten sie ihn im ersten Moment durch das ansprechen und anfassen aufwecken. Als sie ihn vom Gerüst bucksiert hatten, griff der orthostatische Schock und das abgestandene, mittlerweile giftige Blut, welches nun durch den Körper geschwemmt wurde verursachte einen Herzkreislaufstillstand. In der Annahme einer Ohnmacht verbrachten ihn die Männer instinktiv in eine stabile Seitenlage. Sie bemerkten jedoch sofort den Stillstand und begannen mit der Reanimation. Hierbei setzten die Kräfte auch den AED ein. Mit Übungspads wurde versucht die Puppe zu reanimieren. Der Defibrillator zeigte aber einen Befestigungsfehler an. Da die Sanitäter von einem Problem mit der Oberläche der Puppe ausgingen, wurde kurzer Hand ein Kamerad angeschlossen. Dem bescheinigte der AED dann auch beste Gesundheit. Test bestanden.
Bei diesem San-Treffen war für jeden Sanitäter etwas dabei. Gut durchgeplant und durchgeführt macht diese Ausbildungseinheit einen riesigen Spaß.
An dieser Stelle möchten sich die Feuerwehrsanitäter der Stadt Oppenheim auch noch einmal herzlich bei den beiden DRK Ortsvereinen Nierstein-Oppenheim und Nierder-Olm bedanken, die den Brandschützern ihre Reanimationspuppen geliehen hatten.
Informationen:
Personen: 10 (Oppenheim)
Dauer: 2.5 h
Klassifizierung: ÜB
Übung