Rettungstag2012: Fahrzeugbrand auf Kläranlagengelände
20.10.2012, 12:00 Uhr
Unbekannter Stoffaustritt auf der Festwiese, so lautete die Alarmierung zur dritten Übung dieses Rettungstags.
Auf der Festwiese stand ein Fahrzeug, von dessen Pritsche eine größere Menge einer unbekannten Flüssigkeit lief. Die Luft über der Flüssigkeit flirrte. Da an dem Wagen nur allgemeine Gefahrgutkennzeichnung angebracht war, war den Wehrleuten völlig unklar, welche Stoffe auf dem Fahrzeug geladen worden waren. Also ging der Einsatzleiter Markus zu allererst nach der GAMS-Regel vor. Die Gefahr konnte nicht erkannt werden, also wurde die Absperrung erweitert auf den Gesamten Platz und alle Zufahrten. Eine Menschenrettung war nicht nötig, da weder die Meldenden noch der Einsatzleiter selbst bei seiner Erkundung Menschen im Fahrzeug oder Gefahrenbereich entdecken konnte. Er ging hierbei immer mit dem Wind im Rücken vor und hielt trotzdem den gebotenen Abstand. Er ließ außerdem eine Halterfeststellung durch die Polizei vornehmen, welche im Übungszeitraum, auf Grund des ausländischen Nummernschilds, jedoch keine Ergebnisse erbrachte.
Dann forderte er die Spezialkräfte, in diesem Fall den Gefahrstoffzug aus Undenheim und den Rettungsdienst nach.
Des Weiteren ließ er durch seine Mannschaft einen Behelfsauffangbehälter aus Steckleiterteilen und einer Plane bauen und einen dreifachen Brandschutz, mit bereitliegendem Wasser, Schaum und Pulver, vorbereiten.
Nachdem der Gefahrstoffzug eingetroffen war, wurden zwei Männer zur genaueren Erkundung unter Chemikalienschutzanzügen zum Fahrzeug vorgeschickt. Diese ermittelten Stoffe wie Schwefelsäure- und Salzsäuregebinde auf der Ladefläche. Die auslaufende Flüssigkeit war jedoch etwas unspektakulärer. Aus einem 110Liter Tank auf der Ladefläche lief Benzin des Fahrzeugbesitzers aus. Der Besitzer war in diesem Szenario ein Erntehelfer, der mit dem günstig getankten Treibstoff aus der Heimat auch wieder dorthin zurückkehren wollte ohne in Deutschland tanken zu müssen. Sämtliche weiteren Gebinde auf dem Lieferwagen waren leere und gesäuberte Fässer und Kartons, die der Halter für zu Hause mitnehmen wollte.
FAZIT: Auch diese für Oppenheimer Wehrleute untypische Aufgabenstellung wurde von den Kameraden konsequent und professionell abgearbeitet. Das Übungsszenario selbst kann aber gerade in der Erntezeit fast überall in Deutschland so geschehen und zeigt, dass eine genaue Erkundung davor schützt mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.
Informationen:
Personen: 16 (Oppenheim)
Dauer: 0.5 h
Klassifizierung: ÜB
Übung