Rettungstag 2011: Pferderettung aus Regenrückhaltebecken

20.08.2011, 15:00 Uhr

Den Abschluss des diesjährigen Rettungstags bildete eine ganz besondere Übung. Hinter dem Dienstleistungszentrum ländlicher Raum, der ehemaligen Landes Lehr- und Versuchanstalt, hatten Spaziergänger ein Pferd in einem Regenrückhaltebecken gefunden. Vom Reiter oder der Reiterin war keine Spur. Sie befragten einen in der Nähe arbeitenden Bauer, ob der etwas mitbekommen hätte, was dieser aber verneinte. Daraufhin riefen sie den Notruf an und schilderten die Lage: ”Ein mittelgroßes Pferd liegt in einem Regenrückhaltebecken und steckt dort mit den Hinterläufen fest. Von dem Reiter ist keine Spur!”
Die Feuerwehr rückte sofort mit LF 8/6, DLK und MTW/P aus. Als Jürgen mit der Erkundung begann, erkannte er gleich, dass die weitläufigen Weinberge nicht mit dem Personal, welches er jetzt schon an der E-Stelle hatte, abgesucht werden konnte. Er ließ sofort die angrenzenden Gemeinden Nierstein, Dienheim und Dexheim, sowie die Polizei mit einem Hubschrauber nachalarmieren. Im gleichen Zug wurde auch ein Notarztteam nachgefordert, die sich an der E-Stelle für den Vermissten bereithalten sollten. Ein Teil seiner Truppe ging im Nahbereich auf die Suche, während die restliche Mannschaft sich um die die anschließende Tierrettung kümmerten. Da das Pferd so aufgeregt war, wurde ein Mann zu ihm geschickt um es zu beruhigen. Gleichzeitig wurde ein Tierarzt angefordert, um diese Maßnahme eventuell medikamentös zu unterstützen. Spätestens, da waren sich alle einig, für die Rettung mit der Drehleiter, musste das 300 Kilogramm schwere Tier sediert werden. Der nachrückende Tierarzt kümmerte sich um das Pferd. Um ihm den Zugang zum Tier zu ermöglichen mussten die Kräfte noch ein Steckleiter in Stellung bringen, da der Mann sich nicht über die Böschung zum Pferd traute.
Währenddessen meldete der Suchtrupp das Auffinden einer Person, südlich von der Fundstelle des Pferdes. Die Reiterin war bei Bewusstsein. Sie erzählte vom Hergang ihres Sturzes und dass sie nun Schmerzen und Taubheitsgefühl im Wechsel habe. Hauptsächlich war hiervon die unteren Extremitäten und das Becken betroffen. Sie immobilisierten den HWS-Bereich der Patientin mit einem Stifneck und hoben sie anschließend mit einer Schaufeltragen auf die Wannentrage, um sie aus dem Unterholz heraustransportieren zu können. Auf dem Wirtschaftsweg nahm der Rettungsdienst die Befreite in ihre Obhut.
Die Tierretter hatten von alle dem nur über Funk vereinzelte Nachrichten mitbekommen, wichtig war ja auch nur, dass die Reiterin am Leben und gefunden war. Die kümmerten sich unterdessen pausenlos um das Pferd. Jetzt nachdem die Sedierung ihre Wirkung entfalten hatte, konnten endlich Schwerlastschlingen im Becken- und Brustbereich des Tieres angebracht werden. Der Park der Drehleiter war schon über dem Pferd in Stellung gebracht worden. Dann ging Alles sehr schnell. Die Lastschlingen wurden am Park angeschlagen und das Pferd vorsichtig angehoben. Während der Rettung achtete ein Mann in Wathosen darauf, dass die Hinterläufe des Pferdes sich Problemlos aus dem Schlamm lösten. Als dies geschehen, war der Rest des Hebevorgangs eine Kleinigkeit. Der Tierarzt und einige Männer nahmen das Tier auf dem Feldweg in Empfang.

Mit der Beendigung dieser Übung war der anstrengende Teil des diesjährigen Übungstags geschafft. Anschließend ging es, nach dem die Gerätschaften wieder auf Vordermann gebracht wurden, zum gemütlichen Teil des Abends. Hinter der Wache hatte Michael schon den Grill und etliche Steaks und Würstchen vorbereitet. Hier warteten auch wieder die Damen und die Alterskameraden.

Informationen:

Personen: 13 (Oppenheim)

Dauer: 2 h

Klassifizierung: ÜB

Übung
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