SAN-Treffen: Leitersturz bei Hausmeisterarbeiten
29.09.2008, 19:00 Uhr
Aus ungeklärten Gründen stürzte ein Feuerwehrmann von seiner Leiter, als er gerade eine Leuchtstoffröhre in der Waschhalle austauschen wollte. Er fiel mit dem Rücken auf einen Aggregatanhänger, von dort auf die am Boden liegende Leiter und blieb Bewusstlos liegen.
Den heftigen Knall, als die Leiter auf den Boden aufschlug, hatten einige Kameraden in der Wache mitbekommen und eilten sofort in die letzte Halle.
Als einer der Sanitäter die Bewusstlosigkeit festgestellt hatte und schon einen ersten Bodycheck durchführte, verständigte ein weiterer Kamerad den Rettungsdienst per Telefon und setzte eine erste Lagemeldung ab.
Zwei andere Feuerwehrleute holten in dieser Zeit die Notfallausrüstung aus dem TLF. Während sich die zwei erfahreneren Sanitäter um die direkte Versorgung des Kameraden kümmerten, organisierten die anderen drei Männer die Einsatzstelle. Es wurden Decken für die Wärmeerhaltung bereitgelegt und die Ausrüstung verteilt. Einer übernahm die Protokollführung.
Bei der weiteren Diagnostik stießen die Männer auf zahlreiche offene Wunden und ein mächtiges Hämatom auf der rechten Seite des Rückens. Atmung und Kreislauf waren vorhanden. Der Patient war aber bewusstlos. In seiner Position auf der Leiter, so waren sich die Männer sicher, würde die Atmung für den Verletzten aber zusätzlich erschwert. Es wurde überlegt den Bewusstlosen mit der Schaufeltrage und dem Rettungsbrett per Sandwichtechnik von der Leiter zuheben. Zu viel Manipulation am womöglich verletzten Rücken. So entschieden sich die Helfer dafür den Patienten zu viert anzuheben und vom fünften Helfer die Leiter herausziehen zulassen. Diese Situation wurde dann auch gleich genutzt, den entkleideten Verletzten auf eine Decke zu legen. So konnte auch der Wärmeerhalt auf dem kalten Hallenboden gewährleistet werden. Anschließend drehten die Männer ihren Patienten von der Bauchlage in die stabile Seitenlagen. Hier bot sich die alte Version eher an als die neue, da man sonst den linken Arm unter dem Patienten durchschieben gemusst hätte, was man in Anbetracht der vermeintlichen Wirbelsäulenverletzung aber unterlassen wollte. Die Umlagerung wurde hier auch mit zwei Helfern vorgenommen, um auch hierbei den Körper möglichst schonend bewegen zu können. Anschließend wurden die Blutungen versorgt und dem Patient über eine Maske Sauerstoff verabreicht.
Abschließend kümmerten sich die Männer noch um die Wärmeerhaltung mit einer Rettungsdecke. Um sicher zu gehen, dass der Feuerwehrmann nicht wegen einem Unterzucker von der Leiter gefallen war, wurde auch noch einmal ein Blutzuckertest vorgenommen. Dessen Wert war aber in einen normalen Rahmen geblieben.
Fazit: Das Team und die einzelnen Männer der Sanitäter arbeiteten dieses Fallbeispiel mit Ruhe und Übersicht ab. Der erfahrenste und höchstausgebildete Sanitäter übernahm die Einsatzleitung, während die anderen Sanitäter ihm erstklassig zuarbeiteten und ihn an vielen Stellen unaufgefordert unterstützten, so dass er sich um die Patientenversorgung kümmern konnte. Alles in allem eine sehr gute Leistung der Kameraden.
Neu war bei diesem San-Treffen, dass die Männer auf einen Übungsrucksack zurückgreifen konnte, der identisch wie der Einsatzrucksack vom TLF eingeräumt war. Es musste also auf kein Einsatzmaterial Rücksicht genommen und alles konnte realistisch benutzt werden.
Informationen:
Personen: 7 (Oppenheim)
Dauer: 3 h
Klassifizierung: ÜB
Übung