San-Tag1-09: Eisrettung auf der Eiskarbe
17.01.2009, 14:00 Uhr
Zweiter Teil des San-Tages war die Eisrettung auf einem zugefrorenen See. Eine Übung die schon seit drei Jahren im Dienstplan steht und durch die milden Winter der vergangenen Jahre nicht durchführbar gewesen war. Und auch in diesem Jahr kam unser San-Tag gerade noch rechtzeitig. Während das Hafenbecken zum Beispiel schon wieder aufgetaut war bot die Eiskarbe, auf der Oppenheimer Halbinsel, noch die Möglichkeit diese Rettung in der Realität durchzuführen.
Um den Ablauf der Rettung einmal genau und verständlich durchzuspielen wurden alle Vorbereitungen und die Schritte der Rettung selbst nacheinander durchgeführt.
Erster Schritt: Die Retter müssen die Trockenschwimmanzüge schon während oder besser noch vor der Anfahrt anlegen und die Eigensicherung mit Feuerwehrleinen durch ihre Kameraden vorbereitet werden.
Zweiter Schritt: Ein Helfer muss gesichert zur eingebrochenen Person vorgehen um die Situation zu stabilisieren.
Dritter Schritt: Das Rettungsbrett wird zur Rettung des Verunfallten mit einer weiteren Feuerwehrleine gesichert. Der zweite Retter geht mit diesem Gerät dann zum Verunfallten vor.
Vierter Schritt: Gemeinsam wird der Verunfallte vorsichtig auf das Brett gezogen. Ruckartige Bewegungen sind hierbei zu unterlassen, um einem Bergungstod vorzubeugen.
Fünfter Schritt: Alle drei Personen werden von der Haltemannschaft wieder an Land gezogen.
Dies ist nur eine Möglichkeit. Eine bessere Möglichkeit ist das direkte Vorgehen zweier Helfer mit Rettungsgerät. Ab dem ersten vernehmbaren Knacken des Eises unter den Füßen der Retter, muss der Weg auf dem Bauch robbend fortgesetzt werden, damit eine weitere Zerstörung des Eises vorgebeugt wird, welche den Eingebrochenen in eine verschärfte Zwangslage bringen könnte.
Auch die Helfer am Land müssen vorsichtig vorgehen. Rettungswesten sind in dieser Situation obligat aber auch die Örtlichkeit muss genau untersucht werden. Die Eisfläche kann unter Umständen von Schnee bedeckt und somit nur schwer erkennbar sein. Eine genaue Erkundung durch den Gruppenführer ist hier also besonders wichtig.
Die gerettete Person muss auch bei dem anschließenden Transport sehr vorsichtig behandelt werden. Auch jetzt noch bedroht der Bergungstod, der durch das einströmen von kaltem Schalenblut zum Herzen hervorgerufen wird, das Leben des Eingebrochenen. Deshalb müssen große Bewegungen unbedingt vermieden werden. Die Extremitäten, wie Beine oder Arme sollten nie über Herzniveau gehoben werden.
Hierauf ist auch zu achten, wenn mit der Erwärmung des Patienten begonnen wird. "Warmreiben" wie nach einem Schwimmbadbesuch im Sommer ist in dieser Situation schon tödlich! Die Person sollte möglichst direkt dem Rettungsdienst übergeben werden. Ist dieser noch nicht verfügbar, müssen auf jeden Fall die nassen und kalten Kleidungsstücke weg geschnitten werden. Anschließend sollte der Patient in Decken eingepackt werden ( eine Hibler-Packung ist hier auch eine Möglichkeit ) und am besten vorsichtig in einen vorgewärmten Raum gebracht werden. Dort ist dann auf den Rettungsdienst zu warten.
Fazit: Eine super interessante Übung, die auf Anhieb sehr gut geklappt hat und auf die es sich zu warten gelohnt hat.
Informationen:
Personen: 8 (Oppenheim)
Dauer: 0.5 h
Klassifizierung: ÜB
Übung