San-Tag1-09: Hibler-Packung in Aktion
17.01.2009, 16:00 Uhr
Unterkühlung ist eine große Gefahr für den menschlichen Körper. Im Rahmen der Eisrettung ist eine Komplikation der Kälte Schäden der so genannte Bergetod ein großes Thema. Bei einer stark unterkühlten Person wird die Wärme durch die natürlichen Erhaltungsmechanismen des Körpers in die drei wichtigsten Körperhöhlen zurückgezogen. Hierbei handelt es sich um den Kopf, die Brust und den Bauch. Hier sind die Lebenswichtigsten Organe beheimatet. In den entfernten Regionen wie den Armen und den Beinen ist das Blut im Gegensatz dazu sehr heruntergekühlt. Sollte bei einer Rettung, der Körper zu sehr bewegt werden, wird das kalte Schalenblut mit dem warmen Kernblut gemischt, was zu einem reflektorischen Herzstillstand führt. Dem entsprechend sorgfältig muss mit einem Patienten umgegangen werden.
Was also als nichtrettungsdienstliches Personal tun. Ein guter Weg die Wärmeerhaltung des Körperstamms zu unterstützen und den restlichen Körper langsam genug aufzuwärmen ( schnelles erwärmen des Körpers ist auch gefährlich, da die sich erweiternden Gefäße immer noch genug kaltes Blut beinhalten, welches dann zum Körperstamm fließt und auch wieder eine Art Bergetod bewirkt ), ist die Hibler-Packung.
Hierbei muss möglichst auf einer Trage ein Kreuzverband aus Decken aufgelegt werden. Das bedeutet die lange Seite einer Decke einmal Kopfwärts und einmal in Richtung der Arme gelegt werden. Zwei Decken sollten hier das Minimum sein. Anschließend wird eine Rettungsdecke aufgelegt. Auf diese vorbereiteten Decken wird nun der bis auf die Unterwäsche entkleidete Patient gelegt. Auf die Brust des Patienten wird dann ein mehrfach gefaltetes mit heißem Wasser begossenes und ausgewrungenes Leinentuch, behelfsweise auch Pullover oder T-Shirt, gelegt. Um Verbrühungen zu vermeiden ist deshalb das Unterhemd nötig, welches dem Patient angelassen wurde. Anschließend wird der Unterkühlte wieder mit den Decken abwechselnd und übereinander geschlagen zugedeckt. Bei einem Transport empfiehlt es sich den Patienten auch vor einem herabstürzen zu sichern.
Sollten die Decken zu klein sein und der Kopf zum Beispiel noch frei geblieben sein, sollten diese Stellen mit Wollmützen oder dergleichen bedeckt werden.
Fazit: Diese Technik, die aus der Bergrettung stammt, hat laut Aussage des Versuchskanninchens Michael überraschend gut funktioniert und wahrscheilich noch besser wenn er nicht die Packung Schnee von seinen Kameraden ins Gesicht bekommen hätte!
Informationen:
Personen: 10 (Oppenheim)
Dauer: 0.5 h
Klassifizierung: ÜB
Übung