Übung im Rohbau des dritten Ärztehaus
14.02.2009, 17:00 Uhr
Im Gewerbegebiet von Oppenheim entsteht gerade ein drittes Ärztehaus. Die Bauherrin Gudrun Leitz von der Firma Leitz aus Dorn-Dürkheim, welche das Gebäude bauen lässt, erlaubte den Wehrmännern von Oppenheim, ihre erste Übung im Jahr 2009 in dem Rohbau abzuhalten.
Kurt der sich um die Ausrichtung dieser Monatsübung gekümmert hatte, dachte sich zu dem Gebäude, mit seinen zahlreichen Übungsmöglichkeiten, eine neue Art des Übungsablaufs aus. Um möglichst alle Teilnehmer gleichzeitig in das Übungsgeschehen einzubinden, hatte er vier Übungsteile vorbereitet. Im ersten Übungsteil, wurde ein Brand angenommen, der bei Dacharbeiten ausgebrochen war. Außerdem wurde eine Person vermisst. Hierbei konnten die Einsatzkräfte über das Treppenhaus vorgehen. Über die Drehleiter wurde das Wenderohr vorgenommen. Es kamen verschiedene Angriffstrupps von dem TLF und dem LF8/6 zum Einsatz. Der erste Trupp wurde mit der Wärmebildkamera in das Gebäude geschickt. Um ein möglichst realistisches Wärmebild zu kreieren, wurde der Übungspuppe eine heiße Wärmflasche auf den Bauch gelegt. Das Bild der Wärmebildkamera ähnelte so einem stark zentralisiert und unterkühlten Menschen. Die Hände und Füße sind die kältesten Stellen des Körpers, gefolgt von den Armen und Beinen und schließlich dem warmen Körperstamm. Dieser Effekt entstand aber nur zufällig, trotzdem ist die Realitätsnähe beeindruckend.
Nach einer Übungsbesprechung folgten die nächsten drei Teile, welche parallel abliefen.
Dieses Mal durfte für den Löschangriff kein Treppenhaus genutzt werden, auch die DLK viel raus. Die guten, alten Steckleitern sollten benutzt werden. Weitere Schwierigkeit beim Löschangriff sind die vielen verwinkelten Räume, welche einen gewissenhaften Umgang mit der Schlauchreserve, von den Kräften, abforderte.
Gleichzeitig fand ein anderes Szenario im zweiten Stock des Hauses statt. Ein Bauarbeiter war in den Aufzugschacht gestürzt und tödlich verletzt worden. Die Staatanwaltschaft forderte die Feuerwehr zur Bergung der Leiche an. Für diese Übung wurden alle verfügbaren Höhensicherer zusammengezogen, da man von Außen oder von Unten nicht in den Schacht einsteigen kann. Sie mussten also die Leiche mit dem RollGliss und der Wannentrage aus dem Aufzugsschacht heben. Um die Rettung eines lebenden Menschen zu simulieren und zu üben, wurde von dem eigentlichen Szenario abgewichen und eine Erkundung und Redundanzsicherung wie bei einem Verletzten vorgenommen. Schwierigkeit hierbei war wieder einmal die Suche nach den entsprechenden Festpunkten. Einen konnten sich die Höhensicherer aber mit dem neuen Türanker selber schaffen.
Zu diesem Szenario gehörte auch der vierte Teil der Übung. Die gesamte Baustelle musste für die Spurensicherung der Kriminalpolizei ausgeleuchtet und abgesperrt werde. Diesen Teil der Übung übernahm die Besatzung des GW-Hochwassers, die Drehleiterbesatzung und ein Mann vom ELW. Hierbei wurde der Leiterkorb mit Flutlichtstrahlern ausgerüstet und alle Beleuchtungsgeräte der vorhandenen Fahrzeuge TLF, LF, GW und DLK in den Einsatz gebracht.
Fazit: Ein tolles Übungsobjekt, eine super Vorbereitung der Übung und ein riesiger, lehrreicher Spaß für alle Teilnehmer. Die Möglichkeiten eines Rohbaus sind für die Übungen der Feuerwehr eigentlich unendlich, dem entsprechend dankbar sind die Mitglieder der Feuerwehr Oppenheim der Firma Leitz, dass sie diese Übungen ermöglicht haben.
Informationen:
Personen: 23 (Oppenheim)
Dauer: 4 h
Klassifizierung: ÜB
Übung