Atemschutzgeräteträger Übungs-Tag

16.06.2007, 09:00 Uhr

Morgens um neun Uhr trafen sich die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Oppenheim in der Hauptfeuerwache.
Auf dem Plan stand an diesem Samstag das Suchen und Retten von Brandopfern und die Rettung von eigenem Personal. Wie so oft fand zu diesen Themen erst einmal ein theoretischer Unterricht statt. Hier wurden vor allem die verschiedenen Suchtechniken und die Gründe für Atemschutznotfälle durchgesprochen.
Nach dem Mittagessen begann dann der praktische Teil dieses Tages. Die Mannschaft wurde in zwei Gruppen zu je sechs Mann aufgeteilt. Während drei Mann noch nicht an der Reihe waren und sich die Arbeit der anderen Drei aus der Trainerperspektive anschauen konnten, rüstete sich der Rest der Gruppe mit Atemschutz aus. Nachdem sie die Masken mit Folien überzogen bekommen hatten und so für Nullsicht gesorgt war, mussten sie sich den Weg vom Erdgeschoss in den Schulungsraum suchen. Dort angekommen bekamen sie den Auftrag eine abströmende Gasflasche zu suchen. Eine 200bar Atemluftflasche mit einem Prüfmanometer übernahm diese Rolle. Da alle wussten wie groß der abzusuchende Raum ist, mussten sie sich jetzt für eine Suchtechnik entscheiden. Jede der Suchtechniken hat hierbei ihre Vor- und Nachteile. Bei der Linken-Hand oder Wandtechnik geht der Truppführer vor, in dem er die linke Hand stets an derselben Wand behält. Der Truppmann hält hierbei immer die rechte, freie Hand des Truppführers, oder ist über einer Bandschlinge/Leine mit diesem verbunden. Die Vorteile hiervon sind auf jeden Fall, dass die Truppmitglieder nah bei einander bleiben und sich jeder Zeit helfen können. Geht die Luft zu Ende oder muss man sich schnell zurückziehen, dreht man sich um und geht mit der rechten Hand an der Wand entlang zurück. Der Nachteil dieser Technik ist der nicht abgesuchte Teil des Raums, der bei größeren Räumen nicht erreicht werden konnte.
Die nächste Version ist die Tauchertechnik. Hierbei sucht sich der Truppführer eine feste Position, die Eingangstür oder eine Zimmerecke zum Beispiel. Dann gibt er ein Stück der mitgeführten Leine aus. Deren Ende nimmt der Truppmann in eine Hand oder befestigt sie an seinem Gurt. Dann wir an einer Wand entlang gegangen, bis die Leine auf Zug ist. Diese Position ist die Startposition des Truppmanns. Er robbt jetzt in einem der Leinenlänge entsprechendem Halbkreis zur gegenüberliegenden Seite. Mit einer Feuerwehraxt oder einem Kellytool kann natürlich bei jedem Vorgehen der Suchradius vergrößert werden.
Die dritte Art zu Suchen heißt Baumtechnik. Diese Technik ist sehr Personalintensiv, hat aber den Vorteil, dass mehrere Trupps auf einmal in einem Raum zusammen suchen können.
Zu aller erst muss eine Führungsleine in den Raum gespannt werden. Hiefür sucht sich der Truppführer einen Festpunkt an einer Wand. Dann quert er den Raum und sucht sich einen zweiten oder nimmt selbst die Funktion des Festpunkts wahr. Der Truppmann bzw die anderen Trupps binden sich mit einem eigenen Seil an die Hauptleine, den Stamm des Baums. Von hieraus starten sie die Suchen indem sie sich von der Hauptleine wegbewegen.
Diese Technik bietet sich vor allem bei sehr großen Räumen an, wenn von Anfang an schon mehrere Trupps im Einsatz sind. So kann einfach verhindert werden, das die gleiche Stelle mehrfach und andere Flächen überhaupt nicht abgesucht werden.
Für normale Wohnungen und Räume ist die dritte Version auf jeden Fall zu Zeitintensiv, außerdem muss sich der normale Zweimanntrupp zu weit voneinander trennen.
Aus diesen Gründen entschieden sich die meisten Trupps für die Tauchertechnik, für die sich der Aufwand noch in realistischen Grenzen hält. Jeder Trupp fand dann schnell die Gasflasche und konnte sie bergen.
Anschließend bekamen die Atemschutzträger dann noch einmal praktisch die Kameradenrettung, unter anderem mit dem Inhalt der Rettungstrupptasche, gezeigt.

Während dieser Teil der praktischen Ausbildung im Gebäude der Feuerwache ablief, fand der zweite Teil auf dem Hof vor der Wache statt.

Informationen:

Personen: 15 (Oppenheim)

Dauer: 8 h

Klassifizierung: ÜB

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